10 Praxistipps für eine angenehme Testung

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Mit unseren 10 Praxistipps für eine angenehme Testung stellen Sie sicher, dass Sie das meiste aus Ihrer Testung herausholen, ganz ohne unnötigen Stress für Sie oder Ihre Testperson.

Psychologische Tests werden immer im Kontext einer Entscheidungsfindung eingesetzt. Egal ob es um die Abklärung einer psychischen Störung, das Wiedererlangen des Führerscheins oder um die Personalauswahl geht, für Testpersonen steht oft viel auf dem Spiel. Umso wichtiger ist es, die Nervosität zu reduzieren.

Mit unseren 10 Praxistipps für eine angenehme Testung stellen Sie sicher, dass Sie das meiste aus Ihrer Testung herausholen, ganz ohne unnötigen Stress für Sie oder Ihre Testperson.

#01: Bereiten Sie die Infrastruktur vor

#02: Lesen Sie das Manual

#03: Vergessen Sie Ihre eigene Selbsterfahrung nicht

#04: Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre

#05: Klären Sie die Testfähigkeit ab

#06: Erklären Sie den Testablauf

#07: Schaffen Sie Transparenz

#08: Optimieren Sie Ihre Administrationsprozesse

#09: Sammeln Sie Feedback

#10: Kennen Sie Ihre Ressourcen

#01: Bereiten Sie die Infrastruktur vor

Die banalsten Dinge sind oft die wichtigsten. Gerade wenn Sie eher selten Tests durchführen, sollten Sie regelmäßig Ihre Infrastruktur auf Funktionstüchtigkeit überprüfen und aktuell halten. Darunter fallen beispielsweise regelmäßige Windows-Updates und das Aktualisieren von Treibern für externe Eingabegeräte. Wenn Sie Tests am Laptop vorgeben, vergewissern Sie sich direkt vor der Testung, dass das Ladekabel eingesteckt ist.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Wenn Sie Tests vorgeben, die präzise motorische Eingaben erfordern, beispielsweise Tests zur Messung von Reaktionsfähigkeit oder Feinmotorik, ist ein schwerer Stuhl ohne Rollen für den Testplatz empfehlenswert.

 

#02: Lesen Sie das Manual

Im Alltagsgeschäft ist kaum Zeit für das Wälzen von langen Manualen. Doch einen Test und seinen Ablauf ganz genau zu kennen, ist essenziell für die korrekte Interpretation der Testergebnisse. Gute Manuale enthalten spezifische Hinweise für die Testvorgabe, beispielsweise, welche Hilfsmittel verwendet werden dürfen und wie Sie externe Eingabegeräte aufstellen.

Schon gewusst? Registrierte und freigeschaltete Benutzerinnen und Benutzer können im WTS Marketplace kostenlos und vollständig alle Manuale zu SCHUHFRIED-Tests einsehen.

 

#03: Vergessen Sie Ihre eigene Selbsterfahrung nicht

Wann haben Sie zuletzt einen Test selbst vollständig und ernsthaft bearbeitet? Im Alltag fehlt einem oft die Zeit für regelmäßige Selbsterfahrung und Tests werden schnell zur Routine. Dabei kann es hilfreich sein, sich ab und an in die Situation Ihrer Testpersonen hineinzuversetzen und besonders längere Tests selbst zu bearbeiten.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Auch Ihre Testleiterinnen und Testleiter, die keine Testergebnisse interpretieren, sollten den Test zumindest einmal vollständig durchgeführt haben. So wissen sie genau, was auf Testpersonen zukommt und können Fragen besser antizipieren.

 

#04: Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre

Eine gute Beleuchtung, ein aufgeräumter Testplatz und eine freundliche Begrüßung helfen dabei, Anspannung zu reduzieren. Scheuen Sie sich nicht davor, offensichtliche oder vermutete Nervosität offen anzusprechen und nach Befürchtungen zu fragen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, Unklarheiten zu beseitigen und falsche Annahmen sofort zu korrigieren.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Planen Sie zumindest fünf Minuten für die reine Begrüßung und Verabschiedung ein – zusätzlich zur Instruktion und Befundbesprechung. So verhindern Sie Zeitdruck durch Terminkollisionen und vermitteln ein Gefühl der Wertschätzung. Klären Sie die Testperson auch über die örtlichen Gegebenheiten auf – wo befinden sich die Toiletten, wo darf geraucht werden, wo ist der Testleiter?

 

#05: Klären Sie die Testfähigkeit ab

Vor allem bei Fragestellungen mit rechtlichen Konsequenzen ist es empfehlenswert, sich die Testfähigkeit der Testperson im Vorfeld der Testung bestätigen zu lassen. Fragen Sie nach Ermüdung, Erkrankung, Medikamenteneinnahme, etwaiger Alkoholisierung oder Drogenkonsumation.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Die Abklärung dieser Punkte im Rahmen eines standardisierten  Aufnahmefragebogens garantiert die niederschwellige Abfrage dieser notwendigen, aber oft heiklen Fragen nach der Testfähigkeit. Vergessen Sie nicht, sich die Angaben durch Unterschrift – oder bei digitalen Fragebögen – durch Ankreuzen einer Checkbox bestätigen zu lassen.

 

#06: Erklären Sie den Testablauf

Besteht die Testung aus mehreren Tests? Geht es nur um Leistung oder auch um Persönlichkeit? Wie lange wird die Testung dauern? Gibt es dazwischen Pausen? Klarheit über Rahmenbedingungen gibt Ihrer Testperson Orientierung und schafft ein Gefühl der Kontrollierbarkeit. Beinhaltet Ihre Testabfolge Besonderheiten, beispielsweise geplante Unterbrechungen für andere Untersuchungen oder einen adaptiven Test, können Sie ebenfalls gleich zu Beginn darauf hinweisen.

Adaptives Testen können Sie Laien beispielsweise so erklären: Adaptives Testen bedeutet, dass sich die Schwierigkeit der vorgegebenen Aufgaben an der bisher erbrachten Leistung orientiert. Auf eine gelöst Aufgabe folgt eine schwierigere, auf eine nicht gelöste eine einfachere. Daher wird ein adaptiver Test subjektiv immer als schwierig empfunden. Lassen Sie sich also nicht entmutigen, wenn Sie einige Aufgaben nicht lösen können. Der Test ist dazu ausgelegt, Sie schnell an Ihre Leistungsgrenze zu bringen und dort zu halten.

 

#07: Schaffen Sie Transparenz

Testergebnisse sind eine wichtige Informationsquelle für die Entscheidungsfindung oder Diagnoseerstellung. Dementsprechend wichtig ist Transparenz darüber, wie mit diesen umgegangen wird. Besonders interessant ist meistens, inwiefern die Testergebnisse zum Endergebnis beitragen, welche anderen Datenquellen herangezogen werden und wie lange und für wen die Daten zugänglich sind.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Testpersonen können aus verschiedensten Gründen Hemmungen haben, solche Fragen direkt zu stellen. Diese Themen proaktiv anzusprechen, schafft nicht nur Transparenz, sondern auch Vertrauen.

 

#08: Optimieren Sie Ihre Administrationsprozesse

Die Interpretation von Testergebnissen ist alles andere als trivial und sollte nur von qualifizierten Personen vorgenommen werden. Jedoch können Ihnen Assistentinnen und Assistenten viel administrative Arbeit drum herum abnehmen. Suchen Sie nach Stellen in Ihrem Prozess, die Sie nach kurzer Einweisung abgeben können, wie das Vorbereiten des Testplatzes oder das Überprüfen der Infrastruktur.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Arbeiten Sie mit dem Wiener Testsystem von SCHUHFRIED, können Sie beispielsweise Sicherheitsstufen für verschiedene Benutzer vergeben. So können Assistentinnen und Assistenten Testpersonen bereits im System eingeben, ohne vertrauliche Testergebnisse anderer Testpersonen zu sehen.

 

#09: Sammeln Sie Feedback

Nicht immer sind Unannehmlichkeiten während der Testung so offensichtlich wie ein plötzlich leerer Akku. Bitten Sie Ihre Testpersonen nach der Testung um ehrliches Feedback darüber, wie sie die Testung empfunden haben.

Ein Tipp aus dem Nähkästchen: Nicht allen Testpersonen fällt es leicht, Feedback zu geben. Gegebenenfalls können Sie auch spezifische Details erfragen, beispielsweise, wie die Pausenlänge empfunden wurde, um ins Gespräch zu kommen.

 

#10: Kennen Sie Ihre Ressourcen

Die Handhabung von Test beginnt und endet bei weitem nicht bei der Vorgabe. Organisationen wie beispielsweise die International Test Comission, die Americal Psychologist Association und das Testkuratorium haben detaillierte und frei zugängliche Richtlinien, Empfehlungen und Werkzeuge für die Testauswahl, Handhabung und Interpretation zusammengestellt.