Selektive Wahrnehmung

Definition, psychologische Bedeutung & Beispiele

Definition Selektive Wahrnehmung

Selektive Wahrnehmung [zeˈlɛktɪvə ˈvaːɐ̯neːmʊŋ] (auch: Wahrnehmungsfilter, Aufmerksamkeitslenkung, subjektive Informationsverarbeitung; Gegenteil: ganzheitliche Wahrnehmung; Englisch: selective perception) beschreibt den psychologischen Prozess, bei dem aus der Vielzahl an Umweltreizen nur bestimmte Informationen wahrgenommen und andere ausgeblendet werden. Diese Auswahl geschieht meist unbewusst – beeinflusst durch Interessen, Erwartungen, Emotionen und Erfahrungen.

Bedeutung in Diagnostik und Alltag

Selektive Wahrnehmung hilft dabei, Reizüberflutung zu vermeiden, kann aber auch zu Verzerrungen führen – etwa bei Vorurteilen, Fehleinschätzungen oder falscher Informationsbewertung. In der klinischen Neuropsychologie ist sie ein wichtiges Diagnostikkriterium, etwa bei Aufmerksamkeitsstörungen, Traumafolgestörungen oder neurologischen Erkrankungen. Mit computergestützten Verfahren wie im Wiener Testsystem (WTS) lässt sich die selektive Wahrnehmungsleistung präzise erfassen und auswerten.

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