Neue Studie zur Fahreignung im höheren Alter

Prognosen zufolge wird der Anteil der über 65-jährigen bis zum Jahr 2040 auf über 26% steigen. Gleichzeitig steigt mit zunehmenden Alter auch das Unfallrisiko im Straßenverkehr.

Wie verändern sich kognitive und psychomotorische Fähigkeiten im höheren Lebensalter – und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Fahreignung? Dieser Frage ist SCHUHFRIED gemeinsam mit dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, der Universität Bonn und sicher unterwegs in einer aktuellen Studie nachgegangen. Die zentralen Ergebnisse wurden in der ZVS – Zeitschrift für Verkehrssicherheit, Ausgabe 05/2025, veröffentlicht.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer wachsenden Zahl älterer Verkehrsteilnehmer liefert die Studie wichtige wissenschaftliche Erkenntnisse für eine sachliche und zukunftsorientierte Beurteilung der Fahreignung.

Aussagekräftige Datengrundlage

Die Analyse basiert auf Daten aus vier Validierungsstudien sowie repräsentativen Normstichproben der eingesetzten Testverfahren. Insgesamt wurden die Leistungsdaten von über 5.000 gesunden Pkw-Fahrerinnen und -Fahrern im Alter von 60 bis 93 Jahren ausgewertet. Um altersbezogene Entwicklungen differenziert abzubilden, wurden mehrere Alterskohorten gebildet.

Der Fokus auf gesunde ältere Kraftfahrende ermöglicht es, altersassoziierte Veränderungen unabhängig von krankheitsbedingten Einflüssen zu betrachten.

Altersabhängige Veränderungen fahrrelevanter Leistungen

Untersucht wurden zentrale Leistungsdimensionen der Fahreignung, darunter Überblicksgewinnung (ATAVT: Adaptiver Tachoskopischer Verkehrsauffassungstest), Konzentrationsfähigkeit (COG: Cognitrone), reaktive Belastbarkeit (DT: Determinationstest), periphere Wahrnehmung (PP: Periphere Wahrnehmung) und Reaktionsfähigkeit (RT: Reaktionstest). Die Ergebnisse zeigen deutliche altersbezogene Trends:

  • Die Überblicksgewinnung nimmt ab etwa dem 70. Lebensjahr signifikant ab.
  • Die Konzentrationsfähigkeit bleibt lange stabil, zeigt jedoch ab rund 70 Jahren einen kontinuierlichen Rückgang.
  • Die reaktive Belastbarkeit weist die deutlichsten altersassoziierten Leistungseinbußen auf und liegt über alle Altersgruppen hinweg unterdurchschnittlich.
  • Ab dem 80. Lebensjahr zeigt sich ein ausgeprägter Leistungsabfall über mehrere Dimensionen hinweg.
  • Ab einem Alter von 81,7 Jahren liegt die geschätzte Wahrscheinlichkeit für mindestens eine kritische Leistungseinbuße bei über 90 Prozent.

Klare Botschaft: Leistungsbasierte Beurteilung statt Altersgrenzen

Die Ergebnisse sprechen deutlich gegen pauschale Altersgrenzen bei der Bewertung der Fahreignung. Stattdessen wird ein differenziertes, leistungsbasiertes Vorgehen empfohlen, das individuelle kognitive, sensorische und psychomotorische Ressourcen objektiv berücksichtigt.

Mit dieser Studie unterstreicht SCHUHFRIED seine Rolle als führender Anbieter wissenschaftlich fundierter, standardisierter Testverfahren für die Fahreignungsdiagnostik. Die Veröffentlichung in der ZVS 05/2025 liefert eine wichtige Grundlage für Behörden, Gutachter und verkehrspsychologische Fachstellen, um Mobilität im höheren Alter sicher und evidenzbasiert zu gestalten.

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